Vorarbeiten: Der vielleicht wichtigste Schritt im BIO-Landbau

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Pflügen, eggen, säen, ernten. Auf diese vier Schritte lässt sich auf dem Papier der Anbau sämtlicher landwirtschaftlicher Produkte beschränken. Doch in der Praxis sieht das Ganze dann doch etwas komplizierter aus, denn der Boden benötigt ab und zu auch etwas Dünger. Und Unkraut gibt es auch in der BIO-Landwirtschaft.

Die richtige Portion Dünger ist quasi wie das Salz beim Essen. Zu viel verdirbt das Gericht, ist zu wenig Salz drin, dann schmeckt es nicht richtig. Bei zu wenig Dünger fällt die Ernte nicht optimal aus, zu viel Dünger zieht hingegen Krankheitserreger und Unkraut an, das will man ebenfalls nicht.

Die Vorarbeiten bzw. ersten Arbeiten auf dem Feld sind deshalb von zentraler Bedeutung. So wird mit einer Motorhacke oder Bodenfräse (Motoregge) dafür gesorgt, dass vor dem Pflanzen möglichst kein Unkraut mehr auf dem Acker ist und der Boden genügend fein für die Setzlinge verarbeitet ist. Das Foto zeigt die letzten Vorarbeiten, bevor später auf diesem Feld dann Brokkoli angebaut wird.

Mit einer Motorfräse wird der Boden vor dem Brockoli-Anbau noch einmal so richtig in Schwung gebracht.
Mit einer Motorfräse wird der Boden vor dem Brokkoli-Anbau noch einmal so richtig in Schwung gebracht.

Die Maschine mit den vielen Schläuchen sorgt dafür, dass die Jauche so präzise wie möglich auf dem Feld landet. Früher wurde die “Gülle” einfach mit dem Fass ausgetragen und in hohem Bogen auf dem Feld versprüht. Das sorgt nicht nur für einen recht unangenehmen Duft in der näheren Umgebung sondern führt auch dazu, dass viele wertvolle Inhaltsstoffe in der Luft verdunsten, anstatt im Boden zu landen. Dazu gehört vor allem Ammoniak bzw. Stickstoff. Abhilfe schafft der moderne Landwirt, indem er die Jauche nicht mit dem Fass, sondern mit dem Schlauch austrägt und so quasi direkt dem Boden zufügt. Anschließend sollte der Boden leicht feucht werden.

 

Über das Schlauchsystem landet die Jauche genau dort, wo sie benötigt wird. Hier im Weizenacker.
Über das Schlauchsystem landet die Jauche genau dort, wo sie benötigt wird. Hier im Weizenacker.

 

Deshalb bringen die meisten Bauern die Jauche genau dann aus, wenn etwas Regen erwartet wird. Zu viel darf es aber nicht sein, denn sonst landen die wertvollen Nährstoffe nicht im Boden, sondern im Grundwasser.

Urs Hilzinger
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Bio-Landwirt

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