Was macht der BIO-Bauer im Winter ausser Kohl zu rüsten?

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Im Frühling wird geackert und gesät, im Sommer und Herbst wird geerntet. Doch was machen eigentlich die Bauern im Winter? Das hängt — wie so vieles — vom Wetter ab. Denn je nach Temperaturen und Schneeverhältnissen sind andere Arbeiten dringend.

Die ausserordentliche Witterung im Jahr 2016 hatte grosse Auswirkungen auf den Abverkauf von Chabis alias Kohl. Dass Wirz, Weisskohl und Rotkohl nicht nur gut schmeckt, sondern auch sehr gesund ist, darüber hatte ich ja in einem früheren Beitrag bereits berichtet. Bereits nach der Ernte bestand auf dem Markt eine sehr grosse Nachfrage. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass man bei kalten Temperaturen mehr Kohl isst als bei warmen Wetter, sondern auch damit, dass die Lagerung bei sehr kalten Temperaturen nicht immer perfekt verläuft und zudem auch die eine oder andere Ernte eventuell verfroren ist bzw. generell zu wenig guter Chabis vorhanden war. Nicht so auf dem Plattehof, der eine gute Ernte unters Dach ins eigene Kühllager bringen konnte. Der Abverkauf verlief enorm zügig, so dass permanent Ware von guter Qualität an unseren Marktpartner die Terraviva.bio AG geliefert werden konnte.
Der Weg jedes BIO-Produkts in der Schweiz ist vom Bauer bis zum Detailhandel immer gut dokumentiert.
Bereits Mitte Januar war sämtlicher Plattehof-Kohl ausverkauft. In normalen Jahren sind wir jeweils von Januar bis März noch mit Kohl-Rüsten beschäftigt. Die dadurch frei gewordene Zeit von Februar bis März werden wir nun nutzen, um den Sellerie marktfrisch aufzubereiten und die Holzpaloxen zu stapeln, welche die Laster von Kerzers bereits für den Herbst mitbringen.
Doch nicht nur die Chabis-Nachfrage war grösser als gewohnt. Auch der Brennholzverbrauch stieg durch den kalten Januar überdurchschnittlich, so dass ich mich entschlossen habe, durch den Förster kranke Bäume im Wald kennzeichnen zu lassen und die Bäume durch Profis fällen zu lassen. So kann ich den Holzvorrat für nächstes Jahr wieder auffüllen.
Jetzt ist wieder genügend Holz im Trockenen, um auch 2017/18 nicht frieren zu müssen.
Zudem widmen sich die meisten Landwirte im Winter dem Maschinenunterhalt. Hier stehen zwei kleinere Projekte an, die ich bis zum Frühling verwirklichen möchte: Einerseits einen Kehrbesen für den Stapler, der dabei helfen soll, den Hof sauber zu halten und den Kühen dass Futter vor zu schieben. Zudem möchte ich die Pflanzqualität unserer Setzmaschine verbessern, um mehr Setzlinge sicher und unbeschädigt in den Boden zu bekommen. Denn gesunde, richtig gepflanzte Setzlinge fühlen sich natürlich auch langfristig wohler als beschädigte oder nur halbwegs gesetzte.
Urs Hilzinger
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Bio-Landwirt

Hallo, ich bin Urs und betreibe diese Webseite und den dazugehörigen Bio-Betrieb. Wenn du dich für gesunde Lebensmittel und nachhaltige Produktion interessierst, dann freue ich mich über Post per E-Mail oder einen Besuch auf dem Plattehof.